Photo:  Landesarchiv Berlin/Thomas Platow

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In den vergangenen Jahrzehnten haben zahlreiche Einzelpersonen und Organisationen in Deutschland dazu beigetragen, die jüdische Geschichte und Kultur in ihren Gemeinden mit neuem Leben zu erfüllen. Das außergewöhnliche Engagement reicht von Bildungsangeboten, Ausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen über die Wiederherstellung von Synagogen und Friedhöfen oder die Initiierung von Holocaust-Gedenkstätten und Stolpersteinen bis hin zu Ahnenforschung, Websites und Publikationen. Die Preisträgerinnen und Preisträger haben enge Beziehungen zu ehemaligen jüdischen Nachbarn und ihren Nachkommen aufgebaut. Sie kommen aus allen Regionen Deutschlands und sind in den verschiedensten Bereichen tätig. Lehrerinnen und Lehrer sind ebenso vertreten wie Menschen aus technischen Berufen, Justiz und Rechtswesen, Kunst und Kultur, Verlagsgeschäft, Bankwesen und Unternehmensführung. Allen gemeinsam ist, dass sie einen großen Teil ihrer Freizeit ihren Projekten gewidmet haben.

Die Auszeichnung würdigt und unterstützt dieses Engagement und verschafft ihm internationale Aufmerksamkeit. Alljährlich werden fünf Personen bzw. Organisationen ausgezeichnet.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums werden die Obermayer Awards nun erweitert: Der Fokus liegt bei den Jubiläums-Auszeichnungen auf Menschen, die sich ausgehend von den Lehren aus der Geschichte auf innovative Weise der Bekämpfung von Vorurteilen und Rassismus in der heutigen Zeit widmen. Diese Einzelpersonen und Organisationen wirken Haltungen entgegen, aus denen Intoleranz entsteht, und fördern die Verständigung zwischen den Kulturen und Religionen, um dem Aufkommen und der zunehmenden Verbreitung von Vorurteilen etwas entgegenzusetzen. Weitere Informationen zu den Jubiläums-Auszeichnungen sind hier zu finden: Vollständige Beschreibung und Kriterien.

Die Obermayer Awards wurden im Jahr 2000 von Dr. Arthur S. Obermayer (1931-2016) ins Leben gerufen. Sie werden jedes Jahr im Abgeordnetenhaus von Berlin, dem Sitz des Berliner Landesparlaments, überreicht. Darüber hinaus verleiht die Jury seit dem Jahr 2013 eine Auszeichnung für besondere Leistungen an herausragende Persönlichkeiten, deren Werk nicht alle Kriterien der Awards erfüllt.

Die Preisverleihung findet stets Ende Januar am bzw. kurz vor dem internationalen Holocaust-Gedenktag statt, der alljährlich am 27. Januar begangen wird.

Die Verwaltung der Awards erfolgt durch „Widen the Circle“. Diese 2019 gegründete Abteilung der Obermayer-Stiftung fördert Programme zur Stärkung von Toleranz, Versöhnung und interkultureller Verständigung insbesondere dort, wo es seit Langem zu Ausgrenzung und Verfolgung einzelner Gruppen kommt. Ziel ist es, Vorurteilen zu begegnen, indem man ein gemeinsames Verständnis der Vergangenheit entwickelt, das zur Aussöhnung beiträgt und einen Weg zum Dialog und zu gegenseitigem Vertrauen eröffnet.

Die Preisverleihung in Berlin wird durch das Berliner Abgeordnetenhaus finanziell und organisatorisch unterstützt. Sponsoren sind das Leo Baeck Institut (New York) und GerSIG (German Jewish Special Interest Group of JewishGen.org, eine führende und weltweit aktive Internet-Organisation zur jüdischen Genealogie, JewishGen.org).


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