OBERMAYER GERMAN JEWISH HISTORY AWARDS
21. Januar 201
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AUFRUF FÜR NOMINIERUNGEN
Einsendeschluss: 12. September 2018

 

EINLEITUNG

In den vergangenen Jahrzehnten haben zahlreiche Einzelpersonen, Vereine und andere Organisationen in Deutschland mit kreativem und selbstlosem Engagement dazu beigetragen, das Bewusstsein für eine einstmals lebendige jüdische Kultur in ihren Gemeinden wieder wachzurufen und mit neuem Leben zu erfüllen. Dabei sind sie in verschiedensten Bereichen aktiv: Wiederherstellungs- und Restaurierungsprojekte sind ebenso darunter wie Geschichtsforschung und Genealogie, mündliche Geschichtsvermittlung und Bildungs- und Kunstprojekte oder Aktivitäten zur Förderung des Gemeinschaftswesens (Community Building). All diesen Bemühungen gemeinsam ist, dass sie Geschichte – und einige der wichtigsten Lehren aus der Geschichte – den Menschen von heute zugänglich machen.

Die Obermayer Foundation würdigt die entscheidende Bedeutung des Engagements dieser Einzelpersonen und Organisationen, die eine Verbindung herstellen zwischen den Geschehnissen in der Vergangenheit und Vorurteilen und Rassismus in der heutigen Zeit. Sie bauen Beziehungen auf, tragen zur Versöhnung bei und wirken Vorurteilen in ihrem lokalen Umfeld und darüber hinaus entgegen. Alljährlich zeichnet die Obermayer Foundation eine ausgewählte Gruppe von Deutschen (in der Regel nichtjüdisch) für ihre Arbeit zu diesem Thema mit den Obermayer German Jewish History Awards aus.

Die bisherigen Auszeichnungen wurden beispielsweise verliehen für Arbeiten in folgenden Bereichen:

  • Restaurierung und Wiederaufbau von Synagogen, Friedhöfen und anderen Kulturstätten
  • Sammlung und Dokumentation von Zeitzeugenberichten zu persönlichen Erfahrungen und historischen Geschehnissen, genealogische Recherchen
  • Informelle Bildungsarbeit und Geschichtsvermittlung im Rahmen öffentlicher Programme und Ausstellungen
  • Formelle Bildungsarbeit mit Fokus auf Schulen und anderen Bildungseinrichtungen
  • Erstellung von Websites und Videos; Publikationen und andere Medien
  • Musik-/Theaterprojekte, künstlerisches Schaffen
  • Initiierung/Errichtung von Holocaust-Gedenkstätten und Verlegung von Stolpersteinen
  • Aufbau von Beziehungen zu den Nachfahren ehemaliger jüdischer Bürger einer Gemeinde oder Region

Das Awards Program würdigt außerdem mit einer zusätzlichen Auszeichnung herausragende Leistungen von Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die einen bedeutenden Beitrag zur Ermöglichung bzw. zur Steigerung der Wirkung dieser Arbeit geleistet haben.

Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus allen Regionen Deutschlands und haben unterschiedlichste berufliche Hintergründe, von der Steinmetzerei über die Postzustellung bis hin zu Kunst und Kultur oder dem medizinischen Bereich. Porträts zu den Preisträgerinnen und Preisträgern früherer Jahre sowie Informationen zu den Preisverleihungen finden Sie unter http://www.obermayer.us/award/. Die in den Porträts zu den bisherigen Preisverleihungen dargestellten Arbeitsfelder können als Leitfaden zur Ermittlung der Preiswürdigkeit herangezogen werden, aber auch Nominierungen für andere Formen des Engagements werden ausdrücklich begrüßt.

Ins Leben gerufen wurde die Auszeichnung im Jahr 2000 von Dr. Arthur S. Obermayer (1931-2016). Träger der Awards ist die Obermayer Foundation. Die Preisverleihung in Berlin wird durch das Berliner Abgeordnetenhaus finanziell und organisatorisch unterstützt. Co-Sponsoren sind das Leo Baeck Institut (New York) und GerSIG (German Jewish Special Interest Group of JewishGen.org – führende weltweit aktive Internet-Organisation zur jüdischen Genealogie).

AUSWAHLKRITERIEN

Die Auszeichnung wird deutschen Einzelpersonen und Gruppen verliehen, die

  • einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung oder Wiederbelebung jüdischer Geschichte und Kultur geleistet haben, in der Regel über mehrere Jahre oder Jahrzehnte.
  • das Bewusstsein für eine einst lebendige jüdische Geschichte in ihren Gemeinden oder darüber hinaus wachgerufen haben.
  • ihre Tätigkeit weitgehend auf ehrenamtlicher Basis ausgeübt haben oder weit über das hinausgegangen sind, was üblicherweise im Rahmen ihrer bezahlten beruflichen oder akademischen Arbeit erwartbar wäre.

Die Auszeichnungen sollen insbesondere auch Einzelpersonen oder Gruppen würdigen, deren Arbeit eines oder mehrere der im Folgenden genannten Ziele verfolgt:

  • Wirkung auf/Zugänglichkeit für jüngere Generationen
  • Nachhaltige Wirkung
  • Potenzial für eine zukünftige Wirkung jenseits der Gemeinden oder Regionen der Nominierten
  • Aufbau von gegenseitigem Verständnis und Respekt auf Basis der gemeinsamen Geschichte
  • Aufbau von Beziehungen zwischen den Menschen in der Gemeinde/Region und den Nachfahren ehemaliger jüdischer Nachbarn

NOMINIERUNGSVERFAHREN

Einsendeschluss für Nominierungen ist der 12. September 2018 (Eingangsdatum). Einsendeschluss für ergänzende Materialien ist der 6. September 2018 (Eingangsdatum).

Nominierungen sind aus aller Welt – einschließlich Deutschland – willkommen. Besonders begrüßt werden Nominierungen von Personen, deren Leben auf tiefgreifende und persönliche Weise von den Nominierten beeinflusst wurde. Unterstützende Nominierende können zusätzliche hilfreiche Informationen zu nominierten Personen oder Organisationen einbringen.

  • Hauptnominierende: Die vollständigen Nominierungsunterlagen zu jeder nominierten Person/Organisation sind durch eine_n Hauptnominierende_n bzw. eine Gruppe von Hauptnominierenden bei der Jury einzureichen. Zusammenfassung des Nominierungsverfahrens siehe unten
  • Unterstützende Nominierende: Personen, für die die Arbeit der Nominierten eine besondere persönliche Bedeutung gehabt hat, sind herzlich eingeladen, Nominierungen zu unterstützen. Dafür können sie Folgendes einreichen:
    • Name der nominierten Person/Organisation
    • Kontaktangaben zur unterstützenden Person: Name, Postanschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer
    • Unterstützungsschreiben: Freie Begründung, warum die Nominierung unterstützt wird

Das Nominierungsformular ist online zu finden unter http://www.obermayer.us/award/application-ger.htm.

ZUSAMMENFASSUNG DES NOMINIERUNGSVERFAHRENS

PFLICHTANGABEN

Folgende Unterlagen sind durch die Hauptnominierenden einzureichen:

  1. Nominierungsformular (inkl. Angaben zu Referenzpersonen, falls erforderlich)
  2. Angaben zu den Nominierten, einschließlich:
  • Hintergrundinformationen zu den Nominierten und ihren Aktivitäten
  • Persönliche Motivation der Nominierenden für die Nominierung

OPTIONALE ANGABEN

Die folgenden vier Rubriken sind keine Pflichtangaben, können aber genutzt werden, um eine Nominierung zusätzlich zu unterstützen. Hier bitten wir um Beschränkung auf solche Angaben, die für die Jury bei der Beurteilung der Nominierten bzw. ihrer Arbeit besonders wichtig sind.

  • Unterstützende Nominierende
  • Motivationsschreiben des/der Nominierten
  • Potenzial für breitere Wirkung
  • Ergänzende Materialien

JURY

Die Jury der Obermayer German Jewish History Awards setzt sich zusammen aus internationalen Experten und führenden Persönlichkeiten, die über eine umfassende Kenntnis der jüdischen Geschichte verfügen:

Jury-Vorsitzende

  • Karen Franklin (New York), Direktorin des Family Research Program am Leo Baeck Institute

Juroren

  • David Ellenson (New York), Interimspräsident und emeritierter Kanzler des Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion
  • Hanno Loewy (Hohenems, Österreich), Direktor des Jüdischen Museums Hohenems und Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts
  • Frank Mecklenburg (New York), Chefarchivar und Forschungsdirektor am Leo Baeck Institute
  • Sara Nachama (Berlin), Gründungsdirektorin der Berliner Zweigstelle des Touro College (New York) sowie Vizepräsidentin und Rektorin des Touro College Berlin
  • Henry Obermayer (San Francisco), Wissenschaftler, Community Builder (Begleiter/Förderer von Gemeinschaftsprojekten) und Berater
  • Ralf Wieland (Berlin), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses

Die Biographien der Jurymitglieder sind im Internet zu finden unter http://www.obermayer.us/award/jury.htm.

BENACHRICHTIGUNG

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden Ende Oktober 2018 benachrichtigt. Nach der Preisverleihung werden an weitere preiswürdige Nominierte Urkunden in Anerkennung ihrer Leistungen versandt.

PREISVERLEIHUNG

Die Preisverleihung findet am 21. Januar 2019 im Rahmen eines Festakts im Abgeordnetenhaus von Berlin statt. Am Vorabend wird zu einem Bankett eingeladen. Der Termin im Januar ist bewusst so gewählt, dass die Veranstaltung um den internationalen Holocaust-Gedenktag herum stattfindet, der alljährlich am 27. Januar im Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Januar 1945 begangen wird. Aufzeichnungen zu den Preisverleihungen der vergangenen Jahre sind auf YouTube zu finden.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten zur Unterstützung ihrer weiteren Arbeit einen Geldpreis. Die Verleihung der Obermayer German Jewish History Awards stößt alljährlich auf große Presseresonanz – in den Gemeinden der Preisträgerinnen und Preisträger ebenso wie in ganz Deutschland und international (siehe http://www.obermayer.us/award/news.htm).

Reisekosten sowie die Kosten für Hotel und Bankett werden für die Preisträgerinnen und Preisträger sowie eine Begleitperson übernommen. Erfolgreiche Nominierende werden zu allen Veranstaltungen anlässlich der Preisverleihung in Berlin eingeladen, um den Anlass gemeinsam mit den von ihnen nominierten Preisträgerinnen und Preisträgern zu begehen.

KONTAKT

Weitere Informationen sind zu finden unter http://www.obermayer.us/award.

Alle englischsprachigen Anfragen (Einreichung per E-Mail bevorzugt) sind bitte zu richten an germanaward@gmail.com bzw.

Obermayer Foundation Inc.
15 Grey Stone Path
Dedham, MA 02026
USA

Ausschließlich deutschsprachige Anfragen (Einreichung per E-Mail bevorzugt) sind zu richten an Karin.Brandes@parlament-berlin.de bzw.

Frau
Karin Brandes
Referat Protokoll
Abgeordnetenhaus von Berlin
D-10111 Berlin