OBERMAYER GERMAN JEWISH HISTORY AWARDS
27. Januar 2020

NOMINIERUNGENSAUFRUF
Einsendeschluss: 8. September 2019

Englisch

EINLEITUNG

In den vergangenen Jahrzehnten haben zahlreiche Einzelpersonen, Vereine und andere Organisationen in Deutschland mit ihrem außergewöhnlichen Engagement dazu beigetragen, das Gedenken an die jüdische Vergangenheit zu bewahren und die jüdische Kultur in ihren Gemeinden mit neuem Leben zu erfüllen. Sie sind in den verschiedensten Bereichen aktiv: Wiederherstellungs- und Restaurierungsprojekte sind ebenso darunter wie Geschichtsforschung und Genealogie, erzählende Geschichtsvermittlung, Bildungs- und Kunstprojekte oder Aktivitäten zur Förderung des Gemeinschaftswesens (Community Building). Mit ihrer Arbeit gelingt es ihnen, den Menschen von heute Geschichte – und einige der wichtigsten Lehren aus der Geschichte – anschaulich zu vermitteln.

Die Obermayer-Stiftung würdigt die zentrale Bedeutung dieser Einzelpersonen und Organisationen, die den Bezug zwischen den Geschehnissen der Vergangenheit und Vorurteilen und Rassismus in der heutigen Zeit herstellen. Sie bauen Beziehungen auf, tragen zur Versöhnung bei und wirken Vorurteilen in ihrem lokalen Umfeld und darüber hinaus entgegen. Die Obermayer German Jewish History Awards gehen alljährlich an (in der Regel nichtjüdische) Deutsche, die sich in diesem Bereich engagieren.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums werden die Obermayer Awards nun erweitert: Der Fokus liegt bei den Jubiläums-Auszeichnungen auf Menschen, die sich ausgehend von den Lehren aus der Geschichte auf innovative Weise der Bekämpfung von Vorurteilen und Rassismus in der heutigen Zeit widmen. Diese Einzelpersonen und Organisationen wirken Haltungen entgegen, aus denen Intoleranz entsteht, und fördern die Verständigung zwischen den Kulturen und Religionen, um dem Aufkommen und der zunehmenden Verbreitung von Vorurteilen etwas entgegenzusetzen. Weitere Informationen zu den Jubiläums-Auszeichnungen sind hier zu finden: Vollständige Beschreibung und Kriterien.

Die Verwaltung der Obermayer Awards erfolgt durch „Widen the Circle“. Diese 2019 gegründete Abteilung der Obermayer-Stiftung fördert Programme zur Stärkung von Toleranz, Versöhnung und interkultureller Verständigung insbesondere dort, wo es seit Langem zu Ausgrenzung und Verfolgung einzelner Gruppen kommt. Ziel ist es, Vorurteilen zu begegnen, indem man ein gemeinsames Verständnis der Vergangenheit entwickelt, das zur Aussöhnung beiträgt und einen Weg zum Dialog und zu gegenseitigem Vertrauen eröffnet.

In den Vorjahren wurden die Obermayer German Jewish History Awards beispielsweise für Aktivitäten in folgenden Bereichen verliehen:

  • Restaurierung und Wiederaufbau von Synagogen, Friedhöfen und anderen Kulturstätten
  • Sammlung und Dokumentation von Zeitzeugenberichten zu persönlichen Erfahrungen und historischen Geschehnissen, genealogische Recherchen
  • Informelle Bildungsarbeit und Geschichtsvermittlung im Rahmen öffentlicher Programme und Ausstellungen
  • Formelle Bildungsarbeit mit Fokus auf Schulen und anderen Bildungseinrichtungen
  • Erstellung von Websites und Videos; Publikationen und andere Medien
  • Musik-/Theaterprojekte, künstlerisches Schaffen
  • Initiierung von Holocaust-Gedenkstätten und Verlegung von Stolpersteinen
  • Aufbau von Beziehungen zu den Nachfahren ehemaliger jüdischer Bürger einer Gemeinde oder Region

Mit einer zusätzlichen Auszeichnung für herausragende Leistungen werden zudem Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen gewürdigt, die wesentlich dazu beigetragen haben, diese Arbeit zu ermöglichen bzw. ihre Reichweite und Wirkung zu vergrößern.

Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus allen Regionen Deutschlands und sind in den verschiedensten Bereichen tätig, von der Steinmetzerei über die Postzustellung bis hin zu künstlerischen oder medizinischen Berufen. Porträts zu den Preisträgerinnen und Preisträgern früherer Jahre sowie Informationen zu den Preisverleihungen sind zu finden unter http://www.obermayer.us/award/. Die in den Porträts zu den bisherigen Preisverleihungen dargestellten Arbeitsfelder können als Leitfaden herangezogen werden, aber auch Nominierungen für andere Formen des Engagements werden ausdrücklich begrüßt.

Die Obermayer Awards wurden im Jahr 2000 von Dr. Arthur S. Obermayer (1931-2016) ins Leben gerufen. Die Verwaltung erfolgt durch Widen the Circle, eine Abteilung der Obermayer-Stiftung. Die Preisverleihung in Berlin wird durch das Berliner Abgeordnetenhaus finanziell und organisatorisch unterstützt. Sponsoren sind das Leo Baeck Institut (New York) und GerSIG (German Jewish Special Interest Group of JewishGen.org, eine führende und weltweit aktive Internet-Organisation zur jüdischen Genealogie).

AUSWAHLKRITERIEN

Die Auszeichnungen werden an Einzelpersonen und Gruppen verliehen, die

  • auf herausragende Weise dazu beigetragen haben, die jüdische Geschichte und Kultur zu bewahren bzw. wieder mit Leben zu erfüllen, in der Regel über mehrere Jahre oder Jahrzehnte.
  • das Bewusstsein für eine einst lebendige jüdische Kultur in ihren Gemeinden wachgerufen haben.
  • ihre Tätigkeit weitgehend ehrenamtlich ausgeübt haben oder weit über das hinausgegangen sind, was üblicherweise im Rahmen ihrer bezahlten beruflichen oder akademischen Arbeit erwartbar wäre.

Die Auszeichnungen sollen insbesondere auch Einzelpersonen oder Gruppen würdigen, deren Arbeit eines oder mehrere der im Folgenden genannten Ziele verfolgt:

  • Wirkung auf/Zugänglichkeit für jüngere Generationen
  • Nachhaltige Wirkung
  • Potenzial für künftige Wirkung über die Gemeinden und Regionen der Nominierten hinaus 
  • Aufbau von gegenseitigem Verständnis und Respekt auf Basis der gemeinsamen Geschichte
  • Aufbau von Beziehungen zwischen den Menschen in der Gemeinde/Region und den Nachfahren ehemaliger jüdischer Nachbarn

NOMINIERUNGSVERFAHREN

Nominierungen und ergänzende Materialien sind bis zum 8. September 2019 (Eingangsdatum) einzusenden.
Nominierungen sind aus aller Welt – einschließlich Deutschland – willkommen, insbesondere auch von Nominierenden, deren Leben auf tiefgreifende und persönliche Weise von den Nominierten beeinflusst wurde. Zur Unterstützung können weitere Personen begleitende Unterlagen zu den Nominierten einreichen.

  • Hauptnominierende: Die vollständigen Nominierungsunterlagen zu jeder nominierten Person/Organisation sind durch eine_n Hauptnominierende_n bzw. eine Gruppe von Hauptnominierenden bei der Jury einzureichen. Zusammenfassung des Nominierungsverfahrens siehe unten
  • Unterstützende Personen: Personen, für die die Arbeit der Nominierten eine besondere persönliche Bedeutung gehabt hat, sind herzlich eingeladen, Nominierungen zu unterstützen. Folgende Angaben werden erbeten:
    • Name der nominierten Person/Organisation
    • Kontaktangaben zu den unterstützenden Personen: Name, Postanschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer
    • Empfehlungsschreiben: Freie Begründung, warum die Nominierung unterstützt wird 

Das Nominierungsformular ist online zu finden unter http://www.obermayer.us/award/application-ger.docx

ZUSAMMENFASSUNG DES NOMINIERUNGSVERFAHRENS

PFLICHTANGABEN

Folgende Unterlagen sind durch die Hauptnominierenden einzureichen:

  • Nominierungsformular (inkl. Angaben zu Referenzpersonen, falls erforderlich)
  • Angaben zu den Nominierten, einschließlich:
    • Hintergrundinformationen zu den Nominierten und ihren Aktivitäten
    • Persönliche Motivation der Nominierenden für die Nominierung 

OPTIONALE ANGABEN

Die folgenden vier Rubriken sind keine Pflichtangaben, können aber genutzt werden, um eine Nominierung zusätzlich zu unterstützen. Hier bitten wir um Beschränkung auf solche Angaben, die für die Jury bei der Beurteilung der Nominierten bzw. ihrer Arbeit besonders wichtig sind.

  • Unterstützende Personen
  • Motivationsschreiben des/der Nominierten
  • Potenzial für breitere Wirkung
  • Ergänzende Materialien

JURY

Die Jury der Obermayer German Jewish History Awards setzt sich zusammen aus internationalen Experten und führenden Persönlichkeiten, die über eine umfassende Kenntnis der jüdischen Geschichte verfügen:
Jury-Vorsitzende

  • Karen Franklin (New York), Direktorin des Family Research Program am Leo Baeck Institute.

Juroren

  • David Ellenson (New York), Interimspräsident und emeritierter Kanzler des Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion
  • Hanno Loewy (Hohenems, Österreich), Direktor des Jüdischen Museums Hohenems und Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts 
  • Frank Mecklenburg (New York), Chefarchivar und Forschungsdirektor am Leo Baeck Institute
  • Sara Nachama (Berlin), Gründungsdirektorin des Touro College Berlin sowie Vizepräsidentin und Rektorin des Touro College System (NY)
  • Henry Obermayer (San Francisco), Wissenschaftler, Community Builder (Begleiter/Förderer von Gemeinschaftsprojekten) und Berater 
  • Ralf Wieland (Berlin), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses 
Die Biographien der Jurymitglieder sind zu finden unter http://www.obermayer.us/award/jury-ger.htm.

BENACHRICHTIGUNG

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden Ende Oktober 2019 benachrichtigt. Nach der Preisverleihung werden an weitere preiswürdige Nominierte Anerkennungsurkunden für ihre Leistungen versandt.

PREISVERLEIHUNG

Die Preisverleihung findet am 27. Januar 2020 im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Am Vorabend wird zu einem Festessen eingeladen. Der Termin wird grundsätzlich auf einen Tag um den internationalen Holocaust-Gedenktag herum gelegt. Im kommenden Jahr fällt er mit dem 27. Januar auf den eigentlichen Gedenktag anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Januar 1945. Aufzeichnungen zu den Preisverleihungen der vergangenen Jahre sind auf YouTube zu finden.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten zur Unterstützung ihrer weiteren Aktivitäten einen Geldpreis und werden in das „Tolerance Action Network“ (Aktionsnetzwerk Toleranz) von Widen the Circle aufgenommen, das seinen Mitgliedern hilft, ihre Arbeit noch effektiver und nachhaltiger zu gestalten. Die Verleihung der Obermayer German Jewish History Awards stößt alljährlich auf große Presseresonanz – in den Gemeinden der Preisträgerinnen und Preisträger ebenso wie in ganz Deutschland und international (siehe http://www.obermayer.us/award/news.htm).

Reisekosten sowie die Kosten für Hotel und Festessen werden für die Preisträgerinnen und Preisträger sowie jeweils eine Begleitperson übernommen. Erfolgreiche Nominierende werden zu allen Veranstaltungen anlässlich der Preisverleihung in Berlin eingeladen, um gemeinsam mit den von ihnen nominierten Preisträgerinnen und Preisträgern zu feiern.

KONTAKT

Weitere Informationen sind zu finden unter http://www.obermayer.us/award.

Alle Anfragen (Einreichung per E-Mail bevorzugt) sind zu richten an:

award@obermayer.us bzw.

Widen the Circle
Obermayer Foundation, Inc.
15 Grey Stone Path
Dedham, MA 02026